Humanistischer Salon - Theologie ist keine Wissenschaft

Dienstag, 01.11.2016 | 20:00 Uhr | Salon des Amateurs in der Kunsthalle | Grabbeplatz 4 | Düsseldorf

(01.11.2016)

Theologie ist keine Wissenschaft // Vortrag und Diskussion mit Dr. Bernd Vowinkel
Eintritt: frei, Spende erwünscht

Durch die Aufklärung und die gewaltigen Fortschritte der Naturwissenschaften ist die Anerkennung der Theologie als Wissenschaft immer mehr ins Wanken geraten. Die meisten heutigen Wissenschaftstheoretiker sprechen der Theologie, nicht zuletzt aufgrund ihrer Bekenntnisgebundenheit, die Wissenschaftlichkeit ab und kritisieren ihre weitere Anwesenheit an staatlichen Universitäten und die damit verbundene Finanzierung. Dennoch erhält die katholische Theologie an der Universität Bochum von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Laufe der nächsten fünf Jahre 1,6 Millionen Euro um ihre Wissenschaftlichkeit nachzuweisen.

Was zunächst durchaus begrüßenswert erscheint, nämlich, dass die katholische Theologie nach Jahrhunderten des Festhaltens an überkommenen Thesen und Dogmen anfängt, über ihre eigene Wissenschaftlichkeit nachzudenken und ergebnisoffen zu untersuchen, ob Theologie überhaupt den wissenschaftlichen Kriterien standhält, entpuppt sich schnell als Camouflage. Denn das erklärte Ziel der Forschungsarbeit steht bereits fest: die Zurückweisung von Einwänden gegen die Wissenschaftlichkeit der Theologie. Nachzulesen auf den Seiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):

"Das Ziel der Nachwuchsgruppe besteht darin, die in der gegenwärtigen Debatte vonseiten des Naturalismus und der analytischen Wissenschaftstheorie vorgebrachten Einwände gegen die Wissenschaftlichkeit der katholischen Theologie zu strukturieren, zu evaluieren und, durch das Entwickeln einer allgemein anschlussfähigen Wissenschaftstheorie der katholischen Theologie, zurückzuweisen."
(http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/295845819)

Warum die Theologie keine Wissenschaft ist, wie es dazu kommen konnte, dass die Uni Bochum 1,6 Millionen Euro erhält, um das Gegenteil zu beweisen und wer wie warum an dieser Entscheidung beteiligt war, darüber wird Bernd Vowinkel in seinem kritischen Vortrag sprechen.

Bernd Vowinkel, geboren 1947, absolvierte zunächst ein Ingenieurstudium in Gießen. Anschließend studierte er Physik und Astronomie an den Universitäten Gießen und Bonn. Von 1981 bis 2010 war er Wissenschaftler am 1. Physikalischen Institut der Universität Köln. 2006 hat er ein Buch zur Zukunft der künstlichen Intelligenz veröffentlicht: "Maschinen mit Bewusstsein".

Bernd Vowinkel ist im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung und hat eine Reihe von Artikeln beim Humanistischen Pressedienst veröffentlicht. Daneben ist er Mitbegründer der gbs-Regionalgruppe Köln.

Veröffentlichungen (Auswahl):
-Auf dem Weg zum Transhumanismus? In: Helmut Fink (Hrsg.): Der neue Humanismus, wissenschaftliches Menschenbild und säkulare Ethik, 2010

-Die Endlichkeit des wissenschaftlichen Fortschritts. In: Wiley-VCH Verlag (Hrsg.): Expedition in die Wissenschaft, Sach- und Spaßgeschichten aus Physik und Astronomie, 2006

-Maschinen mit Bewusstsein, wohin führt die künstliche Intelligenz?, 2006